Archiv der Kategorie: some thoughts

Kein Scheiß

Ich möchte mich doch stark dafür einsetzen, dass wir es uns als Gesellschaft zum Ziel machen, den Scheiß zu überwinden.

Eine Gesellschaft, die dieses Ziel verfolgt, kann sich mit Hingabe den wesentlichen Dingen widmen. Und auch die Zeit, die heute für die Produktion und Bewältigung von Bullshit aufgewendet wird, produktiv so nutzen, dass sie für jeden wertvoll und kostbar wird.

Denjenigen Minderheiten, denen die Produktion und Bewältigung von Bullshit als wesentlich erscheint, soll natürlich auch weiterhin die Möglichkeit bestehen bleiben, ihrer Leidenschaft nachzugehen. Dies sollte Bullshitaverse Mitbürger jedoch nicht tangieren.

#eswäresoschön

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Freizeit – Arbeitszeit. Lebenszeit?

Kann mir bitte jemand erklären, warum wir so leidenschaftlich zwischen den Kategorien Freizeit und Arbeitszeit unterscheiden? Eins davon ist positiv konnotiert, eins negativ. Schwarz und weiß. Freud und Leid.

Das hat etwas sehr menschliches, religiöses. Leiden und Genießen, Ausgewogenheit. Sähen und Ernten. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Denn letzteres will durch selbst auferlgte Enthaltsamkeit und verdient werden. „Ich habe mir meinen Feierabend verdient!“ Allein diese Wort. Feierabend. Was feier ich denn da? Die Überwindung der Arbeit, die Rückkehr zu mir selbst?

Außerdem: Kein Arbeitstag kann mir nahebringen, wann ich produktiv arbeiten kann. Das passiert einfach irgendwann zwischen jetzt, später und soeben. Was also, wenn ich eine produktive (jobbezogene) Phase habe, die in meiner Freizeit stattfindet? Da bin ich aufgeschmissen.Entweder ich übergehe sie, oder erkläre sie eigenmächtig zur Arbeitszeit.

Bei letzterem natürlich mit genauester Zeiterfassung, die ich mit beeindruckender Akribie in einer eigens dafür angefertigten Datenbank nachhalte. Zeitaufwand? Ja, vorhanden.

Oder ich übergehe sie. Konsequenz: Durch die Verdrängung geht der Inhalt verloren und kann dem Projekt o.ä. nicht zweckdienlich angedeihen.

Es ist ausweglos. Ich kann mit dieser determinierten, zeitlich fixierten Kategorisierung recht wenig anfangen.

Was ist mit Lebenszeit? Als Grustufe, die zwischen schwarz und weiß changiert.

Grenzen setzen

Leute, Optionen lassen mich erstarren. Nehme ich blau, grün oder doch lieber rot?

Ich drehe mich um und gehe. Ich nehme keins. Und ärgere mich, denn was wäre gewesen, wenn…? Ich hätte doch nur eins nehmen müssen. Mich für eine Option entscheiden. Aber das kann ich nicht. stattdessen gibt’s nichts und den Ärger über die eigene Entscheidungsunfähigkeit. Denn so komme ich nicht weiter. Und weiterkommen möchte ich ja. Tja.

Sich für etwas entscheiden bedeutet im Umkehrschluss, sich gegen etwas zu entscheiden. Dadurch werden Grenzen gesetzt. Eine Option nehme ich an, die andere grenze ich aus. Dann kann ich schauen, wie es weitergeht. Ich empfinde es als sehr wohltuend, eine Entscheidung zu treffen, mir Grenzen zusetzen. Denn allein diese Tatsache hat etwas ungemein erfrischendes, erst durch die Ausgrenzung kann ich mich weiter bewegen, neue Erfahrungen machen und zu neuen Erkenntnissen gelangen.

Allein, so weit zu kommen bedeutet viel Anstrengung. Angst vor nicht absehbaren Konsequenzen vernebelt die Entscheidungsfähigkeit.

 

Achtung: Übertreibung des Ausgrenzens führt zu allumfassender Einhegung seiner selbst. Dann geht nichts mehr voran.

Raise easy siebenstellig und dann fetter Exit

Ein Startup zu gründen ist einfach: Man nehme zunächst einen Namen, der auf »io« oder »ia« endet.
Damit ist schon die Hälfte geschafft. Nun bitte Apps für alle gängigen Smartphone-OS entwickeln lassen und eine Website anbieten, auf der unbedingt ein Erklär-Video eingebettet ist. Dieses muss nicht zwangsläufig zur Erklärung der Sache beitragen, sollte aber in jedem Fall mit leichter, plätschernder Gitarrenmusik unterlegt sein. Dazu eine Erzählstimme, die an Peter Lustig angelehnt ist und mit den Worten beginnt: »Das ist Tom…« (wahlweise auch: »Das ist Nina…«)

Glückwunsch! Der erfolgreichen Funding-Runde, in der easy siebenstellige Beträge geraised werden, steht nichts mehr im Weg!

Sollten die Investitionsmittel aufgebraucht sein, einfach nach dem selben Muster das nächste große Ding aufziehen. Vorteil hierbei: Die Entwicklungskosten für Design, Website und Apps fallen niedriger aus, weil eigentlich nur die Farben ausgetauscht werden müssen. Auch der bereits gedrehte Film lässt sich neu zusammenschneiden und mit einer neuen Geschichte aus dem Off versehen.
Startups are so easy!

Doch was sagt es eigentlich über Startups aus, wenn sie so vorgehen?
In der Vergangenheit hat sich oft gezeigt, dass es insbesondere die einfachen Ideen sind, die überzeugen. Wenn nun die Kommunikation so gestaltet wird, dass man sich als Konsument dieser wie ein Kleinkind fühlt, scheint alles einfach zu sein.
Auch wenn ich nach dem Erklär-Video nicht schlauer als vorher bin, habe ich zumindest den Eindruck gewonnen, dass alles ganz einfach ist. (Ich bin womöglich nur zu blöd, es zu begreifen.)
All diese coolen und bahnbrechenden Ideen, die wie Pilze aus dem Boden sprießen sind also allesamt genial simpel und –mal ehrlich– jeder von uns hat zumindest insgeheim darauf gewartet und ist heilfroh, dass es nun eine Technik gibt, die das Leben plötzlich so sehr bereichert! Wie oft ich doch laut jubele, dass ich jetzt dank barbequeio.it meine Nackensteaks auf den Punkt gegart kriege und dieses Erlebnis insatntly mit meinen Friends sharen kann! Großartig! So bekommt doch mein Leben endlich wieder einen Sinn!

Das schöne: Startups ermöglichen vielen Menschen ein selbstbestimmtes Leben. Ihre wachsende Population ist ein Indikator für den Wandel in unserer Gesellschaft. Wir leben im Überfluss und wollen uns selbst verwirklichen, suchen nach Sinn und wollen keine Minute zu viel in Aufgaben verbringen, die diesen Ansprüchen nicht gerecht werden können, weil sie uns einschränken und determiniert sind. Doch irgendeinem Job muss man ja nachgehen und Geld zum Leben braucht man auch. Deshalb werden (wahn-) witzige Dinge erfunden, die alle garantiert irgendwann »fliegen«!
Doch letztendlich sind sie nur das Feigenblatt, dass wir brauchen, um wenigstens dem Schein nach noch einer ausfüllenden, fordernden und erträglichen Tätigkeit nachzugehen. Vielmehr Mittel zum Zweck: Wir wissen insgeheim, dass nichts »fliegen« wird. Doch wir erzählen es jedem. Schließlich geht’s ums Geld, um unser Überleben.

Ist ein Exit gelungen steht dem Glücklichen ein Grundeinkommen zur Verfügung, dass die letzte Bastion des Zwanges zu Sturz bringt und dem kreativen Entrepreneur damit ermöglicht, sich den wirklich wichtigen Themen der Gesellschaft anzunehmen.

Also weiter mit dem Müll!

Nur nicht zu ernst nehmen. 🙂

Motivation

Die individuelle Motivation bildet sich im Spannungsfeld von Sinn, Freiheit und Wertschätzung.

Diese drei Attribute stehen in einer Beziehung zueinander; die Ausprägung jedes einzelnen wirkt sich auf die Motivation aus.