Freizeit – Arbeitszeit. Lebenszeit?

Kann mir bitte jemand erklären, warum wir so leidenschaftlich zwischen den Kategorien Freizeit und Arbeitszeit unterscheiden? Eins davon ist positiv konnotiert, eins negativ. Schwarz und weiß. Freud und Leid.

Das hat etwas sehr menschliches, religiöses. Leiden und Genießen, Ausgewogenheit. Sähen und Ernten. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Denn letzteres will durch selbst auferlgte Enthaltsamkeit und verdient werden. „Ich habe mir meinen Feierabend verdient!“ Allein diese Wort. Feierabend. Was feier ich denn da? Die Überwindung der Arbeit, die Rückkehr zu mir selbst?

Außerdem: Kein Arbeitstag kann mir nahebringen, wann ich produktiv arbeiten kann. Das passiert einfach irgendwann zwischen jetzt, später und soeben. Was also, wenn ich eine produktive (jobbezogene) Phase habe, die in meiner Freizeit stattfindet? Da bin ich aufgeschmissen.Entweder ich übergehe sie, oder erkläre sie eigenmächtig zur Arbeitszeit.

Bei letzterem natürlich mit genauester Zeiterfassung, die ich mit beeindruckender Akribie in einer eigens dafür angefertigten Datenbank nachhalte. Zeitaufwand? Ja, vorhanden.

Oder ich übergehe sie. Konsequenz: Durch die Verdrängung geht der Inhalt verloren und kann dem Projekt o.ä. nicht zweckdienlich angedeihen.

Es ist ausweglos. Ich kann mit dieser determinierten, zeitlich fixierten Kategorisierung recht wenig anfangen.

Was ist mit Lebenszeit? Als Grustufe, die zwischen schwarz und weiß changiert.

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